Holstein Austria auf Nachzuchttour in Deutschland – Drei Vererber mit überzeugenden Nachzuchten

Gemeinsam mit Jörg Harms von GGI-SPERMEX war Holstein Austria auf einer interessanten Nachzuchttour in Deutschland unterwegs. Im Mittelpunkt standen die Töchter der Holsteinvererber Comeback und Kant RDC im Zuchtgebiet von Qnetics sowie die Nachkommen des homozygot hornlosen Vererbers Brandy PP im Gebiet der Rinderunion West.

Ziel der Reise war es, die Vererbungsqualitäten der drei Stiere direkt in den Züchterställen zu beurteilen und wertvolle Eindrücke hinsichtlich Exterieur, Funktionalität und Leistungsvermögen ihrer Töchter zu gewinnen.

Comeback (Commitment x Entity) – Inhaltsstoffe, Stärke und beeindruckende Hintereuter

Die besichtigten Comeback-Töchter hinterließen vor allem durch ihre besonders hohen Milchinhaltsstoffe, ihre ausgeprägte Körperstärke und ihre beeindruckend breiten Hintereuter einen bleibenden Eindruck.

Auffallend war die enorme Breite der Kühe, die sich in einer kräftigen Vorhand und einer insgesamt substanzvollen Körperentwicklung widerspiegelte. Besonders positiv fiel auch die parallele Stellung der Vorderbeine auf, die das funktionelle Exterieur dieser Nachzuchtgruppe unterstreicht.

Die extrem breiten Hintereuter zählen zweifellos zu den herausragenden Merkmalen der besichtigten Töchter. Zusätzlich berichteten alle Züchter dieser Kühe von einer hohen Leistungsbereitschaft dieser Kühe. In Kombination mit den hohen Fett- und Eiweißgehalten präsentiert sich Comeback als interessanter Vererber für Zuchtbetriebe, die besonderen Wert auf Milchinhaltsstoffe, Stärke und funktionelle Euter legen.

Zuchtwerte Comeback

Kant RDC (Kodiak x Solito Red) – Feinheit, perfekte Strichplatzierung und hohe Hintereuter

Ein deutlich anderes, aber ebenso interessantes Erscheinungsbild zeigten die Töchter von Kant RDC.

Besonders auffallend war das feine Skelett der Kühe, das ihnen einen ausgesprochen milchtypischen und eleganten Charakter verleiht. Die Töchter präsentierten sich mit viel Feinheit und einem harmonischen Körperbau.

Die besonderen Stärken von Kant RDC liegen jedoch eindeutig im Euterbereich. Die besichtigten Kühe überzeugten durch hohe Hintereuter und eine nahezu perfekte Strichplatzierung. Gerade im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung automatischer Melksysteme ist eine korrekte Strichstellung ein besonders wertvolles Merkmal.

Kant RDC zeigte damit eine Nachzucht, die insbesondere für Züchter interessant ist, die gezielt die Euterqualität, Strichplatzierung und Milchtypstärke ihrer Herden verbessern möchten.

Zuchtwerte Kant RDC

Brandy PP Brandung Pp x Builder Pp) – Beeindruckende Uniformität und Euterqualität

Ein besonderes Highlight der Nachzuchttour waren die Töchter des homozygot hornlosen Vererber Brandy PP im Zuchtgebiet der Rinderunion West.

Was bei dieser Nachzuchtgruppe sofort ins Auge fiel, war die außergewöhnliche Uniformität der Töchter. Die besichtigten Kühe präsentierten sich in ihrem Erscheinungsbild bemerkenswert einheitlich und ließen eine klare Vererbungslinie erkennen.

Charakteristisch waren die mittelgroßen, ausgesprochen breiten Kühe, die von der Vorhand über den gesamten Körper bis in die Hinterhand mit viel Stärke und Breite überzeugten. Diese Kombination aus moderater Körpergröße und ausgeprägter Körpersubstanz entspricht den Anforderungen vieler moderner Milchviehbetriebe, in denen funktionelle und wirtschaftliche Kühe gefragt sind.

Besonders beeindruckend war darüber hinaus die Euterqualität. Die Töchter zeigten hervorragend entwickelte Euter, die hinsichtlich ihrer Qualität und Ausprägung kaum Wünsche offenließen.

Mit dieser Kombination aus Uniformität, Körperstärke, mittlerer Größe und hervorragender Euterqualität präsentierte sich Brandy PP als äußerst interessanter Vererber. Als homozygot hornloser Stier bietet er zudem die Möglichkeit, die genetische Hornlosigkeit konsequent in der Holsteinpopulation zu etablieren.

Zuchtwerte Brandy PP

Für Holstein Austria sind solche internationalen Nachzuchtbesichtigungen ein wichtiger Bestandteil des fachlichen Austauschs und bieten wertvolle Anhaltspunkte für die züchterische Weiterentwicklung der österreichischen Holsteinpopulation.

Ein herzlicher Dank gilt Jörg Harms von GGI-SPERMEX, den beteiligten Zuchtorganisationen Qnetics und Rinderunion West sowie allen besuchten Betrieben für die Gastfreundschaft, die interessanten Einblicke und den wertvollen fachlichen Austausch.

Ing. Gregor Schaubmair

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