Holstein im Fokus

Trotz schwieriger Bedingungen konnte „Holstein im Fokus“ auf dem Hof von Familie Garzaner in Fritzens durchgeführt werden.

Nach der Corona bedingten Absage im letzten Jahr freute man sich, diese Veranstaltung des Rassenausschusses Holstein und Jersey nun doch unter den gegebenen Rahmenbedingungen abhalten zu können.
Auf dem Familienbetrieb werden 45 Kühe und 85 Stück Jungvieh der Rassen Holstein, Red Holstein und Jersey gehalten. Seit Jahren ist er erfolgreich vertreten auf nationalen und internationalen Schauen. Diverse Landes- und Bundeschampions konnten bereits gefeiert werden. Mit Melody wurde man Juniorchampion beim Dairy Grand Prix Austria. Als erster Betrieb in Österreich schaffte man das Kunststück drei Generationen Exzellent bei Red Holstein mit Sushi, Shakira und Saragossa. 10 Kühe erreichten auf dem Betrieb mittlerweile die begehrte Exzellent-Auszeichnung. 7 Kühe erreichten zudem die 100.000 Liter Lebensleistung. Mit dem Management-Profi wurde der Betrieb ebenfalls mehrmals ausgezeichnet. So steht für Betriebsführer Josef Garzaner die Wirtschaftlichkeit im Herdenmanagement an oberster Stelle. Bewirtschaftet werden 34 ha Grünland, 9 ha Silomais, 50 Almkuhgräser und 8 ha Wald. Das Jungvieh wird gealpt auf der Poversalm im Wattental. Die Alm wurde 1987 gekauft, ebenso wie der Geigerhof 1990, wo das Jungvieh daheim gehalten wird.

Im Rahmen von Holstein im Fokus berichteten die Vertreter der Rinderzucht Tirol RA-Obmann Hannes Partl, Christian Moser und Josef Thanner von Neuigkeiten, im Besonderen vom neuen Stierangebot. Kriterien für die Selektion sind der RZG, RZN, Fitness, RZGesund und im Exterieur Euter, Fundament, Becken und Brustbreite. Ein Schwerpunkt wurde heuer auf die Hornlosgenetik gesetzt, wo sieben Stiere – Adissio PP, Say Red PP, Solist PP, Marmor Red P, Mc Donald Red P, Sandro Red P und Salvador Red P - mit guter Vererbung in Leistung und Exterieur angeboten werden. Bei den Jerseys wurde das Genetikangebot mit drei Stieren aus Nordamerika und drei dänischen Stieren fixiert.

Ein wichtiger Bereich für die Holsteins sind die Versteigerungen. Wie Marktleiter Josef Thanner dazu anführte, wurden heuer bereits über 400 Holsteins versteigert mit fast gleich bleibenden Preisen bei den Kühen und einer Preissteigerung bei den Erstlingskühen. Ab 1. Jänner 2022 gilt eine neue Gebührenordnung für die Versteigerungen. Sie war deshalb notwendig, da in letzter Zeit die Anzahl der angemeldeten und dann nicht aufgetriebenen Tiere stark angestiegen ist. Um diese Entwicklung zu entschärfen, hat man deshalb eine entsprechende Gebührenanpassung beschlossen. Weiters wurde bei den Zulassungsbestimmungen die 3 Monate-Frist nach der Abkalbung auf 100 Tage geändert.
Abschließender Höhepunkt der Veranstaltung war noch die Verleihung der Urkunden für Exzellentkühe an Josef Garzaner, Hermann Knapp und Matthias Sprenger.
Abschließend möchten wir uns bei Familie Garzaner und ihrem Team für die Bereitschaft danken, ihren Betrieb für diese Veranstaltung zu öffnen.